Dessous ohne Schnickschnack
17 März 2008 von trendwaesche
Gefunden auf: www.augsburger-allgemeine.de
Halle/Düsseldorf (dpa/tmn) - All zu bunte Kontraste sind bei den Dessous in dieser Saison verpönt. Die Stücke sollen unter Bluse und Hose quasi unsichtbar sein - aber langweilen dürfen die Unis, die die Kollektionen dominieren, deswegen noch lange nicht.
Verführerisch, sexy, modisch und gleichzeitig bequem - Hightech-Materialien, edle Tülls und Matt-Glanz-Kombinationen machen all das möglich. «Natürlich gibt es bei den Dessous immer auch die üblichen, opulent verzierten Klassiker», sagt der Designer Niels-Holger Wien aus Halle, Trendexperte beim Deutschen Modeinstitut (DMI) in Köln. «Daneben setzt sich aber zunehmend eine zurückhaltendere, reduzierte Linie durch.» Farbberuhigung, Harmonisierung und Materialvielfalt - das seien die Schlagworte der kommenden Saison, heißt es auch bei der Fachmesse «Body Look» in Düsseldorf. Schlichtheit und ein klarer Stil liegen im Trend.
Wer Sorge hat, Erotik und Sinnlichkeit kämen dadurch zu kurz, kann beruhigt sein: Auch im Frühling werden Busen und Po sexy verpackt. Doch statt Schleifchen und Rüschen sorgen nun hauchzarte Tülls für Knistern: Durch den Stoff ist fast mehr zu sehen als zu erahnen. «Manchmal sind diese transparenten Stoffe dann noch hübsch bestickt», erläutert Alexandra von Richthofen von der Fachzeitschrift «Textilwirtschaft». Neu sei in dieser Saison, dass oft nicht mehr mit Blümchen verziert wird, sondern mit grafischen Mustern wie Rhomben oder Fächern. «Und - ganz wichtig - fast immer Ton in Ton.»
Ein Beispiel dafür sind die aktuellen Kollektionen von Wolford in Bregenz in Österreich: Zarte Panties, ganz aus cremefarbener, besonders flach gearbeiteter Spitze passen zu tief sitzenden Balconnet-BHs. Sie ermöglichen verführerische Einblicke ins Dekolleté, ohne selbst aus dem Ausschnitt hervorzublitzen. Denn die Zeiten, in denen Wäsche nicht nur zufällig, sondern gewollt unter T-Shirt oder Bluse herausschauen sollte, sind vorbei, sagt Niels-Holger Wien.
Dass das trotzdem hübsch anzuschauen ist, zeigen die Kollektionen zum Beispiel an Oberflächen mit Matt-Glanz-Effekt. Bei Triumph in München finden sich dazu zarte Spitzeneinsätze in extrem knapp geschnittenen BH-Schalen, die direkt auf der Haut aufliegen. Gemäß der neuen Klarheit sind das aber Hingucker, die sich erst offenbaren, wenn die Trägerin die Hüllen darüber fallen lässt.
Zurückhaltung wird aber nicht nur in Sachen Verzierung, sondern auch bei den Farben offenbar. «In vielen Kollektionen dominiert Grau als neue Wäschefarbe», sagt von Richthofen. Daneben seien verschiedene Weißtöne sowie leichte Flieder- und Violettnuancen zu finden, fügt Wien hinzu. Muster und starke Farbkontraste gehen zurück - uni ist wieder angesagt.
Designer wie Sylvia Speidel aus Bodelshausen (Baden-Württemberg) oder Hersteller wie Skiny aus Mäder (Österreich) spielen vor allem mit Weißtönen von Vanille bis Elfenbein, einem zarten Pfirsichton oder einem hellen Aquamarin. Auch bei Mey aus Albstadt (Baden-Württemberg) sind die Frühjahrsfarben dezent: Diverse Blautöne, ein pastelliges Cappuccino und «Colomba» - den Angaben nach eine Neuinterpretation der Farbe Grau - dominieren.